Was sind die Ursachen von Morbus Fabry?
Die Ursache der Erkrankung Morbus Fabry ist ein Gendefekt, also eine Mutation im GAL-Gen, wodurch das lysosomale Enzym α-Galaktosidase A (α-GalA) im Körper vollständig fehlt oder in einer nicht vollständig aktiven oder sogar inaktiven Form hergestellt wird. Aufgrund einer defekten Enzymfunktion kommt es zu einer Störung des Fettstoffwechsels.
Bei zu geringer Konzentration an α-GalA ist der Fettabbau in den Zellen gestört und es kommt zu einer Ablagerung von Fetten in Form des Stoffwechselprodukts Globotriaosylceramid (Gb3) in Zellen, Blutgefäßen und Geweben. Ausgelöst wird dies durch eine vererbte Veränderung des GLA-Gens, die zu einer eingeschränkten oder gänzlich fehlenden Funktion von α-GalA führt. Die dadurch zunehmenden Einlagerungen von Speicherstoffen in vaskuläre Endothelzellen und Organe sind die Ursache verschiedener Krankheitsmanifestationen:
Sind lysosomale Enzyme defekt, lagern sich diese großen Moleküle als Speichermaterial in verschiedenen Organen ab und verursachen Organ- und Gewebeschädigungen. So entstehen die sogenannten lysosomalen Speicherkrankheiten.
Die Rolle der Vererbung bei Morbus Fabry: Wie wird Morbus Fabry vererbt?
X-chromosomaler Erbgang von Morbus Fabry. Mütter mit einer Fabry-Erkrankung geben diese mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an ihre Kinder beiden Geschlechts weiter, Väter geben ihre Erkrankung nur an ihre Töchter, mit einer Wahrscheinlichkeit von 100% weiter, nicht aber an ihre Söhne.
Welche Bedeutung haben GLA-Gen-Mutationen und x-chromosomale Vererbung bei Morbus Fabry?
Morbus Fabry ist nicht nur eine seltene Erkrankung, sondern auch eine schwer zu diagnostizierende Krankheit, denn die Symptome können sehr unterschiedlich sein und auch unterschiedlich stark ausfallen. Dies liegt an der Lokalisation des betroffenen GLA-Gens auf dem X-Chromosom.
Heute sind über 1000 krankheitsassoziierte Mutationen des GLA-Gens bekannt, nicht alle davon sind krankheitsauslösend, denn je nach Mutation kann eine Enzymrestaktivität in unterschiedlicher Höhe vorhanden sein.1 Varianten mit einer hohen Restaktivität haben keine oder kaum Symptome zur Folge, Varianten mit einer niedrigen oder gar keiner Restaktivität haben eine starke Krankheitslast zur Folge.
Eine weitere Ursache für die verschiedenen Ausprägungen der Krankheit ist die X-chromosomale Vererbung. Frauen haben zwei X-Chromosomen, in der Regel ist eines davon gesund, sodass Frauen oft weniger stark betroffen sind als Männer. Außerdem wird bei Frauen in jeder Zelle ein X-Chromosom inaktiviert, sodass bei M. Fabry-Patientinnen ein Mosaik aus gesunden und betroffenen Zellen entsteht.
Quellen
- TUTTOLOMONDO, A. et al. Oncotarget. 2017; 8(37). 61415–61424.