Ursachen von Morbus Gaucher: GBA-Gen-Mutationen und autosomal rezessive Vererbung
Morbus Gaucher ist eine vererbbare Stoffwechselerkrankung, die durch einen genetisch bedingten Mangel eines lysosomalen Enzyms verursacht wird. Lysosomale Enzyme sind für den Abbau bestimmter Stoffe im Körper zuständig und werden in den Lysosomen (Zelllorganelle zur Verdauung verschiedener Stoffe) angereichert.1,2
Bei einer M.-Gaucher-Erkrankung ist das Enzym Beta-Glukozerebrosidase von einem Defekt betroffen. Im Normalfall spaltet die Beta-Glukozerebrosidase sogenannte Glukozerebroside auf und unterstützt so deren Abbau. Glukozerebroside sind zuckerhaltige Fettstoffe, die eine wichtige Rolle im Aufbau von Zellmembranen der Körperzellen spielen. Durch einen Mangel des Enzyms kommt es zur Funktionsstörung des Kreislaufs von Auf- und Abbau der Glukozerebroside in den Zellen. Die Fettstoffe reichern sich im Laufe der Erkrankung in den Lysosomen an, wodurch sogenannte Gaucher-Zellen mit einem charakteristischen Erscheinungsbild entstehen (Abb. 2).1,2
Abbildung 2: Platzhalter für Darstellung von Gaucher-Zellen
Paare mit Kinderwunsch, die beispielsweise wissen, dass ein Elternteil Träger:in eines betroffenen Gens ist, können sich an eine genetische Beratung wenden. Eine Familienanamnese und Stammbaumanalyse können dabei helfen, die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von M. Gaucher in der Familie zu analysieren. Falls bereits Nachwuchs da ist, kann eine Testung der Geschwisterkinder auf das Vorliegen eines Gendefekts weiteren Aufschluss über die Krankheitswahrscheinlichkeit bringen.
Quellen
- Stirnemann J et al. International Journal of Molecular Sciences 2017;18(2): 441.
- Burrow T et al. Pediatric Health, Medicine and Therapeutics 2011;2: 59–73.