Morbus Hunter: Häufige Symptome und mögliche Krankheitsmanifestationen
Der Krankheitsverlauf von Morbus Hunter hängt stark von der Ausprägung ab. Sowohl bei der neuronopathischen, als auch bei der nicht-neuronopathischen Form treten Symptome auf, die mehrere Bereiche des Körpers betreffen, aber nur bei der neuronopathischen Variante hat die Erkrankung Auswirkungen auf das Nervensystem, das Verhalten und die Entwicklung der Betroffenen. Die verschiedenen Symptome, Komplikationen und Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) des Hunter-Syndroms erschweren in vielen Fällen eine frühzeitige Diagnose. Meist überschneiden sich die Symptome außerdem mit üblichen „Kinderleiden“ und weisen erst in der Kombination, wie z.B. vermehrte Ohrentzündungen mit skelettalen Veränderungen, auf M. Hunter hin.1,2
Schädel und Gesicht
Nasen und Atemwege
Bewegungsapparat
Herz und weitere Organe
- Herz – Bei M. Hunter treten oft kardiologische Probleme wie ein Herzklappenfehler oder eine Kardiomyopathie (Erkrankung des Herzmuskels) auf. Die Herzscheidewand kann undicht sein, was zusätzlich zu einer Herzinsuffizienz führen kann. Eine häufige Todesursache bei M. Hunter-Patient:innen ist das Herzversagen.
- Weitere Organe – Es kann zu Hepatosplenomegalie (Leber- und Milzvergrößerung) und einem allgemein vergrößerten Abdomen (Unterleib) kommen. Außerdem treten vermehrt Schäden an der Niere auf und im Bereich der Eingeweide ist das Risiko für Hernien (Nabel- oder Leistenbrüche) erhöht.
Nervensystem und Verhalten
Durch die progrediente Natur der Erkrankung ist eine frühe Diagnose besonders essentiell, sodass so schnell wie möglich mit der Behandlung begonnen werden kann. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, ist das Risiko für einen frühzeitigen Tod erhöht. Es ist allerdings wichtig, daran zu denken, dass jedes Kind mit M. Hunter anders ist und es keinen typischen Krankheitsverlauf gibt. Es konnten aber gewisse Unterschiede in der Verlaufsform des neuronopathischen und nicht-neuronopathischen Typs der Erkrankung festgestellt werden.
Quellen
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